Gregor H.: Schrödingers Katze

Schreibimpuls:

Ein Physiker mit zwei Katzen – jemand wird erpresst – auf einer Versammlung – es ist sehr heiß

 

„Miau, miau …“

 

Ein Schaben dringt aus der großen Holzkiste.

 

„Miau, es ist so heiß hier. Hallo, hört mich jemand?“

 

Von dem Gejammer angelockt schleicht Sir Peter auf leisen Pfoten um die Kiste herum. Es kratzt und jammert weiter.

 

Mit zitternden Schnurrbarthaaren dämmert es Sir Peter. Madame Pompadour muss es sein, die da eingesperrt ist. Aber der Herr des Hauses, der Professor, ist nicht zu Hause. Sir Peter beschließt, ihn umgehend zur Rede zu stellen, wenn er wieder eintrifft.

 

„Aber es war doch nicht mit Absicht. Wirklich, Sir Peter. Außerdem ist das ein unglaublich wichtiges Experiment“, erklärt und rechtfertigt sich der Hausherr Stunden später.

 

„Nichts da. Das hört sofort auf, oder ich erzähle deinen Kollegen, wie du arbeitest!“

 

Der Rest ist quasi Geschichte. Der Professor wollte von seinen Experimenten nicht lassen, fürchtete aber die Denunziation durch Sir Peter.

 

Auf der nächsten Versammlung der Wissenschaftlichen Gesellschaft stellte er daher seine Arbeit vor. „Schrödingers Katze“ wurde schnell zu einer stehenden Redewendung. Allein über die qualvollen, dunklen Stunden, die Madame Pompadour durchleiden musste, verlor niemand mehr ein Wort.

 

Gregor H.